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Wie viel Österreicher online ausgeben

Die Österreicher haben 2012 für den Onlineeinkauf 2,5 Mrd. Euro ausgegeben, um 19 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch wenn das ein Zuwachs ist, von dem der klassische Handel nur träumen kann, ist es international nicht beeindruckend.

Zum Vergleich: In der Schweiz machten die Geschäfte online 4,3 Mrd. Euro Umsatz, und der Abstand zum klassischen Handel wächst: Der Zuwachs bei den Eidgenossen belief sich auf 26,5 Prozent.

Der Onlinehandel ist dynamisch, jung und stark konzentriert, zeigen Daten des Einzelhandelsinstituts EHI und des Statistikportals Statista: Die zehn größten Anbieter machen gemeinsam in Österreich 30,7 Prozent des gesamten Umsatzes, in der Schweiz sogar 35,2 Prozent aus. Allerdings nimmt die Konzentration leicht ab.

Sonderfaktor Amazon

In Österreich spielt auch der Sonderfaktor Amazon eine große Rolle: Der US-Onlinehändler macht 318 Mio. Euro Umsatz, 13 Prozent des gesamten Onlinehandels und mehr als dreimal so viel wie der zweitplatzierte Universal Versand (92,8 Mio. Euro). In der Schweiz liegt Amazon auf Rang zwei, weit hinter der Schweizer Digitec und nur knapp vor Nestle Nespresso.

Insgesamt ist der Onlinehandel in Österreich viel stärker von ausländischen Anbietern dominiert: Knapp die Hälfte der Shops sind außerhalb Österreichs beheimatet, in der Schweiz kommt nur etwa jeder sechste aus dem Ausland. Dafür sind die Schweizer Onlinegeschäfte etwas mobiler: 38 Prozent haben eine für Smartphones optimierte Website oder App mit integrierter Shopfunktion, in Österreich sind es knapp 35 Prozent.

Webauftritt ist „Um und Auf“

Für die nahe Zukunft ist aus Sicht von Patricia Mussi, Geschäftsführerin des Handelsverbands, „das Um und Auf“ die Verknüpfung von klassischem Geschäft und Webauftritt, also physischer Filiale und digitalem Auftritt. 61 Prozent der heimischen Onliner haben auch ein physisches Geschäft, aber auch klassische Händler brauchen online immer mehr: „Für viele Konsumenten gilt: Einen Händler, den es online nicht gibt, gibt es gar nicht“, sagt Mussi.

Ebenso wichtig wie ein professioneller Onlineshop sei schließlich die mobile Präsenz. Denn diese erweitere die Möglichkeit einzukaufen um viele Stunden pro Tag, „sei es morgens in der U-Bahn, nachmittags in einem Meeting oder abends vor dem Fernseher“. Mussi ist auch zuversichtlich, dass der Handel mit Lebensmitteln bald abhebt und einen größeren Anteil am Onlineumsatz erreicht. (Quelle orf.at 13.11.2013)